Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als mich ein Kunde fragte, welche Steuerungsmethode für seine neue motorisierte Vollkassettenmarkise die „beste“ sei. Ich gab ihm die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Fünf Jahre und über vierzig Installationen später hat sich daran nichts geändert – aber ich kann ihm jetzt genau erklären, wovon es abhängt.
Moderne Vollkassettenmarkisen bieten drei Steuerungsmöglichkeiten: eine Fernbedienung, eine Smartphone-App und Sprachbefehle. Jede Methode hat ihre Stärken in unterschiedlichen Situationen, und das Verständnis der jeweiligen Vor- und Nachteile hat meine Empfehlungen für die Konfiguration verändert.
Methode 1: Handfernbedienung (Somfy Telis)
Die Somfy Telis Fernbedienung ist die am häufigsten installierte Steuerungsmethode. Sie kommuniziert über RTS (Radio Technology Somfy) mit dem Markisenmotor.
Die Reichweite ist gut – RTS funktioniert bis zu 20 Meter durch Wände und etwa 30 Meter bei freier Sicht. Ich habe dies im zweistöckigen Haus eines Kunden getestet, und das Signal reichte problemlos von der Küche bis zur Markise im Garten.
Die Telis-Fernbedienung wird mit einer CR2032-Batterie betrieben, die etwa zwei Jahre hält. Sie ist für 45 bis 60 Euro erhältlich. Mehrkanalversionen (Telis 4, Telis 5) steuern mehrere Markisen mit einer einzigen Fernbedienung – praktisch, wenn Sie eine Terrassenmarkise und eine separate Fenstermarkise haben.
Was ich an der Fernbedienung so toll finde: Sie reagiert sofort. Ein Knopfdruck genügt, und der Motor reagiert. Keine App-Installation, keine Sprachsteuerung, keine Netzwerkverbindung. Sie funktioniert einfach.
Methode 2: Smartphone-App (Somfy TaHoma)
Die Somfy TaHoma App verwandelt Ihr Smartphone in eine Steuerzentrale. In Kombination mit der TaHoma Bridge (150 bis 200) erhalten Sie Funktionen, die keine Fernbedienung bieten kann.
Die App unterstützt Zeitplanung – ich habe beispielsweise die Markise eines Kunden so eingestellt, dass sie täglich um 10 Uhr ausfährt und bei Sonnenuntergang wieder einfährt. Dank Geofencing erkennt die App, wenn man einen definierten Radius verlässt, und fährt die Markise automatisch ein. Der Echtzeitstatus zeigt an, ob die Markise ausgefahren, eingefahren oder in einer Zwischenposition ist. Push-Benachrichtigungen informieren Sie, falls der Windsensor während Ihrer Abwesenheit ein automatisches Einfahren auslöst.
Der Nachteil? Verzögerung. Wenn ich auf „Ausfahren“ tippe, wird der Befehl von meinem Smartphone in die Cloud, zurück zur Bridge und dann zum Motor gesendet. Dieser Hin- und Rückweg dauert zwei bis drei Sekunden. Nicht katastrophal, aber spürbar, wenn man neben der Markise steht und eine sofortige Bewegung erwartet.
Die App hat bei WLAN-Schwankungen gelegentlich auch einen veralteten Status angezeigt. Das korrigiert sich zwar innerhalb einer Minute von selbst, aber es ist gut, das zu wissen, bevor man in Panik gerät.
Methode 3: Sprachbefehle (Alexa und Google Home)
Die Sprachsteuerung ist das absolute Highlight, das Kunden bei Demos begeistert. Die Einrichtung ist kinderleicht: Einfach den Somfy-Skill in Alexa aktivieren oder Somfy mit Google Home verknüpfen, und schon können Sie die Markise innerhalb weniger Minuten steuern.
„Alexa, fahre die Terrassenmarkise aus“ fährt sie aus. „Hey Google, fahre die Markise ein“ fährt sie ein. Ich konfiguriere die Gerätenamen sorgfältig, da die Spracherkennung Probleme mit mehrdeutigen Namen hat. Ein Kunde nannte seine Markise „das Ding“, und Alexa konnte sie nicht identifizieren. Wir benannten sie in „Terrassensonnenschutz“ um, und es funktionierte einwandfrei.
Die Sprachverzögerung ist am größten – 3 bis 5 Sekunden von der gesprochenen Anweisung bis zur motorischen Bewegung. Die Cloud-Verarbeitung verlängert die Zeit zusätzlich, und Alexa fragt gelegentlich nach einer Bestätigung, wenn sie sich nicht sicher ist, was Sie gemeint haben.
Vergleich der Reaktionslatenz
Ich habe alle drei Methoden wiederholt getestet:
Handfernbedienung: unter 1 Sekunde
Smartphone-App: 2 bis 3 Sekunden
Sprachbefehl: 3 bis 5 Sekunden
Wenn es auf sofortige Reaktion ankommt, ist die Fernbedienung immer im Vorteil. Doch Geschwindigkeit ist nicht alles – der Kontext ist entscheidend.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Fernbedienung:
Vorteile: Sofortige Reaktion, kein Netzwerk erforderlich, einfach, zuverlässig, kostengünstig
Nachteile: Keine Automatisierung, kein Fernzugriff von unterwegs, leicht zu verlegen
Smartphone-App:
Vorteile: Zeitplanung, Geofencing, Push-Benachrichtigungen, Echtzeit-Statusüberwachung
Nachteile: Netzwerkabhängig, Latenz von 2–3 Sekunden, Bridge-Kauf erforderlich
Sprachsteuerung:
Vorteile: Freihändige Bedienung, lässt sich in Routinen integrieren, beeindruckender Demo-Effekt
Nachteile: 3-5 Sekunden Latenz, Internetverbindung erforderlich, gelegentliche Fehlerkennung
Welche Methode funktioniert am besten?
So berate ich meine Klienten, nachdem ich alle drei Schritte mit ihnen durchgegangen bin:
Nutzen Sie die Fernbedienung als primäres Bedienelement. Montieren Sie sie an der Wand neben der Terrassentür – so ist sie immer griffbereit und sofort einsatzbereit. Ergänzen Sie die App für Automatisierungen und die Steuerung von unterwegs. Zeitpläne und Windwarnungen sind wirklich praktisch. Verwenden Sie Sprachbefehle, wenn Sie die Hände voll haben, zum Beispiel beim Tragen von Getränken nach draußen.
Die meisten Kunden nutzen letztendlich alle drei in unterschiedlichen Situationen. Die Fernbedienung deckt etwa 70 % der täglichen Nutzung ab. Die App dient der Automatisierung und Überwachung. Sprachsteuerung ist ein nettes Extra – praktisch, aber nicht unbedingt notwendig.
FAQ
F: Kann ich Sprachbefehle auch ohne die TaHoma-Bridge verwenden?
Nein. Die Sprachsteuerung benötigt eine Bridge, um Cloud-Befehle in Funksignale umzuwandeln, die der Motor versteht. Die Fernbedienung funktioniert unabhängig ohne Bridge.
F: Was passiert, wenn das Internet ausfällt?
Die Fernbedienung funktioniert weiterhin einwandfrei. App und Sprachsteuerung sind erst wieder verfügbar, wenn die Verbindung wiederhergestellt ist. Lokal auf der Bridge gespeicherte Automatisierungen können je nach Regeltyp weiterhin ausgeführt werden.
F: Kann ich mehrere Markisen mit einer App steuern?
Ja. Die TaHoma-App unterstützt die Gruppierung mehrerer Somfy-Geräte. Ich habe Systeme mit vier Markisen eingerichtet, die über ein einziges Dashboard sowohl einzeln als auch in Gruppen gesteuert werden können.
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